Barbe
Schleie
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Gewässerwahl Schleie

Um der Schleie auf die Spur zu kommen, sind einige Anhaltspunkte sehr wichtig. Zunächst stellt sich die Frage, ob in dem Gewässer, was wir befischen möchten, überhaupt Tincas vorhanden sind, beziehungsweise eingesetzt wurden. Dies ist nicht überall der Fall. In der Regel findet allerdings in vielen Vereinsgewässern ein kontinuierlicher Besatz statt, die Schleie ist also in vielen Seen und Tümpeln gut vertreten. Aus Gesprächen mit ortsvertrauten Petrijüngern kann man oft eine Menge an Informationen herausfiltern. An gut besetzten Gewässern ist es oft so, dass nur ein Bruchteil der eingesetzten Fische tatsächlich abgefischt wird. Denn die wenigsten Angler fischen ganz speziell auf die grünen Schleicher. Diese Bezeichnung haben sie isch auf jeden Fall verdient, denn oft schleichen sie direkt vor unseren Füssen und wir bemerken sie nicht einmal. Karpfen und Brassen rollen an der Oberfläche und verraten so ihren Standort. Der Schleienangler weiss, dass er mit solchen Hinweisen nicht rechnen darf. Höchstens ein paar kleine aufsteigende Luftblasen während des Fressvorgangs lassen auf eine Schleie schliessen. Oft findet man auch solche Anzeichen nicht oder nur sehr vereinzelt. Wie findet man also ein passendes Plätzchen? Seerosenfelder, die viel Sonne abbekommen, sind zum Beispiel sehr iinteressant und man kann auf einen vorbeiziehenden Schleientrupp hoffen. Tinca Tinca bevorzugt bestimmte Futterrouten, die sie regelmässig abschwimmt, um stets Nahrung zu finden. Ist ein Futterplatz abgegrast, wenden sich die Fische direkt dem nächsten zu. Und das genau ist unser Problem. Erstens, dass wir einen Futterplatz finden oder anlegen müssen, der auf der Futterroute der Schleien liegt und zweitens, den Köder auch zielgenau anbieten zu können. Das gelingt am ehesten, wenn wir den Untergrund genau kennen. Hier loten wir verschiedene Stellen gründlich aus . Gerade an Baggerseen ist es oft der Fall, dass die Schleicher an den Kanten vorbei ziehen, die beim baggern entstanden sind. Es kommt nicht selten vor, dass wir an einem Angelplatz mehrere dieser Stufen vorfindnen. Wenn mehr als ein Absatz vorhanden ist, befischen wir die erste und zweite Kante, welche meist recht nah am Ufer verlaufen. Scheuen Sie sich also nicht, eine Angel direkt vor Ihren Füssen auszulegen. Die zweite Rute dann entsprechend weiter draussen in etwas tieferem Wasser. Die maximale Angeltiefe liegt bei etwa 4,5 bis 5 m. Wir füttern dann beide Stellen vorsichtig an, zwei Handvoll Futter pro Stelle reicht beim Schleienangeln völlig aus. Ein Mix aus Mais, Made und Wurm (gehackt) ist genau richtig. Diese Fütterungstaktik wenden wir auch an Naturseen mit starkem Pflanzenbewuchs an. An Naturseen braucht man auch nicht grossartig den Grund auszuloten, da die Gewässertiefe oft durchgängig gleichmässig ist. An Schilfrändern lohnt sich hier immer ein gezielter Versuch. Ein Gewässertyp, mit dem bisher relativ wenige Petrijünger zu tun hatten, ist ein sogenanntes Regenrückhaltebecken. Dieses ist meist von Deichen umgeben und dient dem Hochwasserschutz im Flachland. Meist sind diese Gewässer nicht sehr tief, oft sogar recht flach. Durch den nährstoffreichen Eintrag der kleinen Flüsse und die starke Erwärmung bereits im Frühjahr wachsen die Schleien hier besonders prächtig ab. Schilffelder sind grösstenteils vorhanden und hier patroullieren die grössten Fische. Nahrung ist im Überfluss vorhanden, weswegen sich das Fischen mit Naturköder hier am besten eignet. Hat man alles richtig gemacht, liegt vielleicht bald ein grosser grüner Fisch in den Maschen. Schleienangeln ist trotz der Schwierigkeiten ein ganz besonderes Abenteuer. Versuchen Sie es doch auch einmal!

Petri Heil!

© Lars Rentmeister



near distance Der Köder liegt fast genau unter der Rutenspitze und wartet auf eine schöne Tinca